Preis für Gründungsmitglieder€499regulär €799Was enthalten ist
Kalkulation

Wareneinsatz in der Gastronomie: berechnen, bewerten, senken

Der Wareneinsatz ist die größte Kostenposition, die Sie jeden Tag selbst steuern. Hier steht, wie Sie ihn für den Monat und für jedes Gericht rechnen, warum Putzverluste Ihre Kalkulation schönrechnen und was Sie tun, wenn die Quote plötzlich steigt.

master.restaurant Team14 Min. Lesezeit

Was der Wareneinsatz ist

Der Wareneinsatz ist der Wert der Lebensmittel und Getränke, die ein Betrieb in einem Zeitraum tatsächlich verbraucht hat; die Wareneinsatzquote setzt ihn ins Verhältnis zum Nettoumsatz.

Wichtig ist das Wort verbraucht. Was Sie im Oktober eingekauft haben, ist nicht Ihr Wareneinsatz im Oktober. Ein Teil davon liegt am 31. noch im Kühlhaus, dafür haben Sie Ware verkocht, die schon im September geliefert wurde. Wer nur die Lieferantenrechnungen addiert, bekommt eine Zahl, die je nach Lagerstand von Monat zu Monat springt und über den Betrieb wenig aussagt.

Im Englischen heißt dieselbe Kennzahl Food Cost. In deutschen Küchen und bei Steuerberatern ist Wareneinsatz der übliche Begriff, und bei dem bleiben wir. Gemeint ist in beiden Fällen: Wie viel Cent von jedem Euro Nettoumsatz gehen für Ware drauf.

Die Formeln: Zeitraum, Quote, Gericht

Wareneinsatz im Zeitraum

Wareneinsatz = Anfangsbestand + Einkäufe minus Endbestand

Anfangsbestand ist der Warenwert laut Inventur am ersten Tag, Endbestand der Warenwert am letzten Tag. Beide bewerten Sie zu Einkaufspreisen netto. Einkäufe sind alle Lieferungen im Zeitraum, ebenfalls netto, abzüglich Gutschriften und Retouren.

Wareneinsatzquote

Wareneinsatzquote = Wareneinsatz / Nettoumsatz × 100

Nettoumsatz heißt: ohne Mehrwertsteuer und ohne Trinkgeld. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen im Restaurant wieder dauerhaft 7 %, für Getränke weiterhin 19 %. Wer die Quote auf den Bruttoumsatz rechnet, drückt sie künstlich und vergleicht Äpfel mit Birnen, weil sich die Steuersätze von Speisen und Getränken unterscheiden.

Wareneinsatzquote eines Gerichts

Wareneinsatzquote je Gericht = Materialkosten je Portion / Nettoverkaufspreis × 100

Kalkulationsfaktor und Aufschlag

In vielen deutschen Betrieben wird nicht mit einer Zielquote, sondern mit einem Kalkulationsfaktor gerechnet: Materialkosten mal Faktor ergibt den Verkaufspreis. Beide Wege sind dieselbe Rechnung von zwei Seiten. Der Faktor ist der Kehrwert der Quote.

Faktor und Quote

Wareneinsatzquote = 100 / Kalkulationsfaktor

Kalkulationsfaktor auf den Nettopreis und die entsprechende Quote
Faktor (netto)WareneinsatzquoteMaterialkosten 4,00 € ergeben nettobrutto bei 7 %
3,033,3 %12,00 €12,84 €
3,528,6 %14,00 €14,98 €
4,025,0 %16,00 €17,12 €
4,522,2 %18,00 €19,26 €

Rechenbeispiel: Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat

Ein Gericht, das in fast jedem Gasthaus auf der Karte steht. Die Einkaufspreise sind netto und liegen im Rahmen dessen, was ein Betrieb 2026 im Großhandel zahlt. Ihre eigenen Preise weichen ab, der Rechenweg bleibt derselbe.

  1. Jede Zutat mit Einkaufspreis je Kilo, Liter oder Stück erfassen, netto.
  2. Den Einkaufspreis durch die Ausbeute teilen, wo geputzt, pariert oder geschält wird. Das ergibt den Preis je nutzbarem Kilo.
  3. Mit der Menge multiplizieren, die tatsächlich auf den Teller kommt.
  4. Alle Positionen addieren, auch Fett, Panade und Garnitur.
  5. Den Kartenpreis durch 1,07 teilen, um den Nettopreis zu erhalten.
  6. Materialkosten durch Nettopreis teilen: Das ist die Wareneinsatzquote des Gerichts.
Materialkosten je Portion, Einkaufspreise netto
ZutatEinkaufspreisAusbeutePreis nutzbarMengeKosten
Schweinerücken ohne Knochen9,90 €/kg88 %11,25 €/kg200 g2,25 €
Mehl0,65 €/kg100 %0,65 €/kg15 g0,01 €
Ei0,26 €/Stück100 %0,26 €½ Stück0,13 €
Semmelbrösel2,40 €/kg100 %2,40 €/kg35 g0,08 €
Butterschmalz zum Ausbacken, anteilig0,32 €
Kartoffeln, festkochend0,95 €/kg80 %1,19 €/kg250 g0,30 €
Zwiebel, Brühe, Essig, Öl, Senf0,24 €
Blattsalat3,20 €/kg70 %4,57 €/kg60 g0,27 €
Dressing0,06 €
Zitrone0,45 €/Stück100 %0,45 €¼ Stück0,11 €
Preiselbeeren6,40 €/kg100 %6,40 €/kg30 g0,19 €
Petersilie, Salz, Pfeffer0,05 €
Summe Materialkosten4,01 €
Vom Kartenpreis zur Wareneinsatzquote
PositionWert
Kartenpreis brutto17,90 €
Nettopreis (17,90 € / 1,07)16,73 €
Materialkosten je Portion4,01 €
Wareneinsatzquote (4,01 € / 16,73 €)24,0 %
Kalkulationsfaktor (16,73 € / 4,01 €)4,17
Rohertrag je Portion12,72 €

Das Schnitzel liegt mit 24,0 % unter dem, was ein Restaurant über die ganze Karte erreicht, und das ist normal: Schwein ist günstiges Fleisch, Panade und Kartoffeln kosten wenig. Solche Gerichte gleichen teurere Positionen wie Rinderbraten oder Fisch aus. Die Rechnung für Ihre eigenen Gerichte machen Sie im Wareneinsatz-Rechner in der Tellerkalkulation, Zutat für Zutat, und sehen sofort, welcher Preis zu Ihrer Zielquote passt.

Der ganze Betrieb im Monat

Die Tellerkalkulation zeigt, was ein Gericht kosten sollte. Was der Betrieb tatsächlich verbraucht hat, zeigt erst die Monatsrechnung aus Inventur und Einkäufen. Speisen und Getränke rechnen Sie getrennt, sonst verdeckt die niedrige Getränkequote Probleme in der Küche.

Beispiel: Gasthaus mit 120.000 € Nettoumsatz im Monat
SpeisenGetränkeGesamt
Anfangsbestand 1. des Monats8.400 €3.100 €11.500 €
+ Einkäufe netto26.300 €7.200 €33.500 €
minus Endbestand letzter Tag7.900 €3.300 €11.200 €
= Wareneinsatz26.800 €7.000 €33.800 €
Nettoumsatz88.000 €31.500 €119.500 €
Wareneinsatzquote30,5 %22,2 %28,3 %

Hätte der Wirt nur die Einkäufe gezählt, stünde bei den Speisen 26.300 € statt 26.800 €, also 29,9 % statt 30,5 %. Im Monat darauf, wenn das Lager wieder voller ist, wäre der Fehler in die andere Richtung gelaufen. Und wer den Speisenumsatz brutto nimmt (94.160 €), kommt auf 28,5 % und glaubt, im grünen Bereich zu sein.

Verschnitt und Putzverluste: der teuerste Rechenfehler

Kein Kilo Schweinerücken landet vollständig auf dem Teller. Sehnen, Fettrand und Abschnitte gehen beim Parieren weg, Kartoffeln verlieren beim Schälen Gewicht, beim Salat fliegen die äußeren Blätter und der Strunk in den Abfall. Der Anteil, der übrig bleibt, heißt Ausbeute. Wer mit dem Einkaufspreis statt mit dem Preis je nutzbarem Kilo rechnet, kalkuliert jedes betroffene Gericht zu billig.

Preis je nutzbarem Kilo

Preis nutzbar = Einkaufspreis / Ausbeute

Am Schnitzel: 9,90 € je Kilo Schweinerücken bei 88 % Ausbeute ergeben 11,25 € je Kilo küchenfertige Schnitzelscheiben. Aus 10 kg Einkauf werden 8,8 kg Scheiben, also 44 Schnitzel à 200 g statt der 50, die man auf dem Papier erwarten würde. Bei den Kartoffeln macht der Schälverlust aus 0,95 € je Kilo 1,19 €, beim Blattsalat aus 3,20 € ganze 4,57 €.

Ausbeute selbst messen

  1. Die Ware so wiegen, wie sie geliefert wurde, zum Beispiel 5,00 kg Schweinerücken.
  2. So putzen und portionieren, wie Ihre Küche es im Service tut.
  3. Das verwendbare Ergebnis wiegen, zum Beispiel 4,40 kg.
  4. Teilen: 4,40 kg / 5,00 kg = 88 % Ausbeute.
  5. Drei bis vier Mal wiederholen, mit verschiedenen Köchen und Lieferungen, und den Durchschnitt nehmen.
Typische Ausbeute, Orientierungswerte aus der Praxis (stark abhängig von Qualität, Zuschnitt und Handwerk)
ProduktVerarbeitungAusbeute ca.Putzverlust ca.
Schweinerücken ohne Knochenpariert, in Schnitzelscheiben85 bis 90 %10 bis 15 %
Schweinekeule (Oberschale)pariert, in Scheiben80 bis 88 %12 bis 20 %
Rinderfilet ungeputztKette und Silberhaut entfernt70 bis 80 %20 bis 30 %
Kartoffelngeschält75 bis 85 %15 bis 25 %
Zwiebelngeschält85 bis 90 %10 bis 15 %
Möhrengeschält, Enden ab80 bis 85 %15 bis 20 %
Blattsalat (Lollo, Eisberg, Kopfsalat)geputzt65 bis 80 %20 bis 35 %
BrokkoliRöschen55 bis 65 %35 bis 45 %
Ananasgeschält, ohne Strunk50 bis 55 %45 bis 50 %

Dazu kommt bei Fleisch der Garverlust: Ein Braten verliert im Ofen oft ein Viertel seines Gewichts. Wenn Sie 150 g gegarten Braten auf den Teller legen, müssen Sie also mit rund 200 g Rohgewicht rechnen, und zwar nach dem Putzen.

Was das im Schnitzel-Beispiel ausmacht

Dieselbe Portion, einmal mit und einmal ohne Ausbeute gerechnet
Positionohne Ausbeutemit Ausbeute
Schweinerücken 200 g1,98 €2,25 €
Kartoffeln 250 g0,24 €0,30 €
Blattsalat 60 g0,19 €0,27 €
Materialkosten gesamt3,60 €4,01 €
Wareneinsatzquote bei 16,73 € netto21,5 %24,0 %

Die Kalkulation ohne Putzverluste liegt um 2,5 Prozentpunkte zu niedrig. Das klingt wenig. Bei 900 verkauften Schnitzeln im Monat sind es aber 369 € Material, die in keiner Kalkulation auftauchen und am Monatsende als Differenz zwischen Soll und Ist stehen. Bei Gerichten mit Rinderfilet oder viel Gemüse ist die Lücke deutlich größer.

Richtwerte nach Betriebsart

Eine allgemein richtige Wareneinsatzquote gibt es nicht. Sie hängt davon ab, was Sie verkaufen, wie viel Handarbeit im Teller steckt und welche Preise Ihr Standort trägt. Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte aus der Praxis, keine amtliche Statistik. Sie beziehen sich auf den Nettoumsatz.

Orientierungswerte aus der Praxis, Speisen und Getränke getrennt
BetriebsartSpeisenGetränkeWarum
Restaurant, à la carte28 bis 32 %18 bis 25 %breite Karte, frische Ware, Mischkalkulation
Gasthaus, Wirtshaus28 bis 34 %18 bis 24 %große Portionen, Fleischgerichte, Bier mit gutem Aufschlag
Pizzeria20 bis 26 %18 bis 25 %Teig, Tomaten und Käse sind günstig im Verhältnis zum Preis
Imbiss, Schnellrestaurant22 bis 30 %15 bis 25 %niedrige Preise, wenig Personal je Portion, Verpackung zählt mit
Café18 bis 24 %12 bis 20 %Kaffee hat sehr niedrigen Wareneinsatz, Kuchen höheren
Barmeist Nebensache15 bis 22 %Getränke tragen den Umsatz, Cocktails variieren stark
Fine Dining30 bis 38 %25 bis 35 %teure Produkte, hohe Ausschussquote, Weine mit geringerem Faktor

Ein Fine-Dining-Betrieb mit 36 % kann gesünder sein als eine Pizzeria mit 28 %. Entscheidend ist, was nach Ware und Personal übrig bleibt. Deshalb schauen erfahrene Gastronomen auf den Prime Cost, also Wareneinsatz plus Personalkosten, der in vielen Betrieben zwischen 55 und 65 % des Nettoumsatzes liegen sollte (ebenfalls ein Praxiswert).

Getränke führen Sie immer getrennt. Eine Flasche Mineralwasser, die 0,45 € kostet und für 6,50 € brutto über den Tresen geht, hat netto (5,46 €) eine Quote von 8,2 %. Mischen Sie das mit der Küche, sieht eine Speisenquote von 34 % plötzlich wie 30 % aus.

Drei Szenarien aus dem Alltag

Schweinefleisch wird 15 % teurer

Der Lieferant hebt den Preis für Schweinerücken von 9,90 € auf 11,39 € je Kilo. Im Schnitzel steigt der Fleischanteil von 2,25 € auf 2,59 €, die Portion kostet 4,35 € statt 4,01 €. Beim unveränderten Kartenpreis von 17,90 € steigt die Quote des Gerichts von 24,0 % auf 26,0 %.

Auf den ganzen Betrieb gerechnet: Macht Schweinefleisch 18 % des Speisen-Wareneinsatzes aus (4.824 € von 26.800 €), kosten 15 % mehr 724 € im Monat. Die Speisenquote steigt um 0,8 Prozentpunkte, ohne dass in der Küche irgendetwas falsch gelaufen ist.

Die Wareneinsatzquote steigt um 5 Prozentpunkte: was jetzt?

Von 30 auf 35 % bei 88.000 € Speisenumsatz sind 4.400 € im Monat. Ein solcher Sprung hat selten nur eine Ursache. Gehen Sie die Liste in dieser Reihenfolge durch, die ersten Punkte kosten am wenigsten Zeit:

  1. Inventurfehler: Wurde der Endbestand vollständig gezählt, auch Tiefkühler, Keller und Getränkelager? Stimmt der Stichtag mit dem Umsatzzeitraum überein? Eine vergessene Tiefkühltruhe mit 1.500 € Ware macht allein 1,7 Prozentpunkte.
  2. Rechnungen im falschen Monat: Eine Großlieferung vom 30., die schon verbucht, aber noch nicht gezählt wurde, verschiebt die Quote.
  3. Lieferantenpreise: Die 20 teuersten Artikel mit den Preisen von vor drei Monaten vergleichen. Oft sind es wenige Positionen wie Fleisch, Butter, Öl.
  4. Portionsgrößen: Zehn Portionen der Top-Gerichte im Service nachwiegen. 220 g statt 200 g Schnitzel kosten bei 900 Portionen 203 € im Monat.
  5. Verderb und Abfall: Eine Woche lang alles wiegen und notieren, was weggeworfen wird, getrennt nach Überproduktion, Verderb und Tellerrücklauf.
  6. Schwund und Personalessen: Wird Personalessen erfasst? Gehen Getränke ohne Bon raus? Beides steckt sonst im Wareneinsatz.
  7. Verkaufsmix: Verkaufen Sie mehr teure Gerichte als sonst, etwa zur Spargel- oder Wildsaison? Dann steigt die Quote, obwohl jedes einzelne Gericht richtig kalkuliert ist.
  8. Rabatte und Aktionen: Mittagsmenüs, Gutscheine, Happy Hour und Einladungen senken den Umsatz, nicht den Wareneinsatz.

Preiserhöhung berechnen

Neuer Kartenpreis

Nettopreis = Materialkosten / Zielquote; Kartenpreis = Nettopreis × 1,07

Soll das Schnitzel nach der Fleischpreiserhöhung wieder bei 24,0 % liegen: 4,35 € / 0,24 = 18,13 € netto, mal 1,07 ergibt 19,40 € brutto, auf der Karte also 19,50 €. Ist Ihnen das zu viel für den Standort, rechnen Sie den Zwischenschritt: Bei 18,90 € brutto (17,66 € netto) liegt die Quote bei 24,6 %. Die restlichen 0,6 Prozentpunkte holen Sie über Einkauf oder Beilage. Wie sich eine Preisänderung auf Ihren Break-even auswirkt, sehen Sie im Break-even-Rechner.

Wareneinsatz über die Zeit verfolgen

Wöchentlich oder monatlich?

Die volle Inventur machen die meisten Betriebe monatlich, und das reicht für die Buchhaltung. Für die Steuerung ist ein Monat lang: Wenn Sie am 5. November sehen, dass der Oktober bei 35 % lag, ist das Geld weg. Ein guter Mittelweg ist eine wöchentliche Teilinventur der 20 bis 30 teuersten Artikel. Die machen in den meisten Küchen den Großteil des Warenwerts aus und sind in einer halben Stunde gezählt.

Soll und Ist vergleichen

Der Soll-Wareneinsatz ist, was laut Rezeptur verbraucht werden durfte: Materialkosten je Gericht mal verkaufte Portionen aus der Kasse. Der Ist-Wareneinsatz kommt aus der Inventur. Die Differenz ist Ihr Verlust durch Abfall, Schwund, zu große Portionen und Kalkulationsfehler.

Soll und Ist im Beispielbetrieb, Speisen
BetragQuote auf 88.000 €
Soll-Wareneinsatz aus Rezepturen25.100 €28,5 %
Ist-Wareneinsatz aus Inventur, ohne Personalessen26.150 €29,7 %
Differenz1.050 €1,2 Prozentpunkte

Eine Differenz von 1 bis 2 Prozentpunkten ist in der Praxis kaum zu vermeiden. Liegt sie darüber, lohnt sich die Suche. Wichtig ist der Verlauf: Steigt die Lücke drei Monate hintereinander, stimmt etwas an Rezepturen, Portionen oder Lager nicht mehr.

Für eine schnelle Monatsrechnung aus Anfangsbestand, Einkäufen und Endbestand genügt der Wareneinsatz-Rechner. Wenn Sie die Zahlen jeden Monat festhalten wollen, tragen Sie in master.restaurant Einkäufe als Ausgaben mit Kategorien ein, erfassen die Inventur als Bestandsanpassung und sehen Wareneinsatz, Prime Cost und den Monatstrend auf einem Bildschirm, dazu die Tellerkosten Ihrer Gerichte. Was das kostet, steht unter Preise: einmal 499 €, kein Abo.

9 Maßnahmen, die den Wareneinsatz senken

  1. Portionen wiegen statt schätzen: Eine Waage an jedem Posten und festgelegte Grammzahlen je Gericht. 20 g weniger Fleisch beim Schnitzel sparen bei 900 Portionen 203 € im Monat.
  2. Die Karte kürzen: Jedes Gericht mit eigenen Zutaten erhöht das Lager und den Verderb. Von 40 auf 28 Positionen zu gehen, senkt in vielen Küchen den Abfall spürbar und bindet einige tausend Euro weniger im Lager.
  3. Mit Ausbeute kalkulieren: Alle Rezepturen mit Putzverlust neu rechnen. Im Schnitzel-Beispiel sind das 2,5 Prozentpunkte, die Sie erst sehen, dann über Preis oder Einkauf zurückholen.
  4. Die 20 teuersten Artikel monatlich neu verhandeln oder vergleichen: 5 % Nachlass auf Waren im Wert von 12.000 € sind 600 € im Monat.
  5. Abschnitte verwerten: Parierabschnitte vom Schweinerücken als Geschnetzeltes oder Gulasch im Mittagstisch. Aus 1,2 kg Abschnitten je 10 kg Rücken wird verkaufte Ware statt Abfall.
  6. Bestellmengen an den Verkauf koppeln: Frischware nach dem Absatz der letzten vier gleichen Wochentage bestellen, nicht nach Gefühl. Jedes Kilo Salat, das nicht welkt, spart 4,57 € nutzbare Ware.
  7. Personalessen erfassen: Ein Warenwert von 3,00 € je Mahlzeit bei 8 Mitarbeitern an 26 Tagen sind 624 € im Monat, die sonst unerkannt im Wareneinsatz stecken.
  8. Preise der Gerichte mit der niedrigsten Marge anpassen: 1,00 € mehr auf einem Gericht, das 600 Mal im Monat verkauft wird, bringt netto 561 € mehr Umsatz bei gleichem Wareneinsatz.
  9. First in, first out im Kühlhaus: Neue Lieferungen nach hinten, Datum auf jeden Behälter. Wer im Monat Ware für 400 € wegen abgelaufener Haltbarkeit entsorgt, verliert bei 88.000 € Umsatz fast einen halben Prozentpunkt.

Messen Sie jede Maßnahme einzeln. Wer alles gleichzeitig ändert, weiß am Monatsende nicht, was gewirkt hat. Und prüfen Sie nach jeder Preisänderung mit dem Break-even-Rechner, ob die Gästezahl, die Sie für die schwarze Null brauchen, noch realistisch ist.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Wareneinsatz in der Gastronomie sein?
Für ein Restaurant mit klassischer Karte liegt die Wareneinsatzquote für Speisen in der Praxis meist zwischen 28 und 32 % des Nettoumsatzes, für Getränke zwischen 18 und 25 %. Pizzerien und Cafés liegen oft darunter, Fine Dining darüber. Das sind Orientierungswerte. Entscheidend ist, ob nach Wareneinsatz, Personal und Fixkosten genug übrig bleibt, und ob Ihre Quote über mehrere Monate stabil ist.
Wird der Wareneinsatz mit oder ohne Mehrwertsteuer berechnet?
Ohne. Einkäufe, Bestände und Umsatz gehen netto in die Rechnung ein. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten, der nicht Ihnen gehört. Rechnen Sie auf den Bruttoumsatz, sieht die Quote besser aus, als sie ist, und weil Speisen mit 7 % und Getränke mit 19 % besteuert werden, verzerrt das Speisen und Getränke unterschiedlich stark.
Was ist der Unterschied zwischen Wareneinsatz und Food Cost?
Inhaltlich keiner. Food Cost ist der englische Begriff für dieselbe Kennzahl, meist als Prozentwert vom Speisenumsatz gemeint. Im deutschen Sprachgebrauch sagt man Wareneinsatz für den Betrag in Euro und Wareneinsatzquote für den Prozentwert. Manche verwenden Food Cost nur für Speisen und Beverage Cost für Getränke, was der getrennten Führung im deutschen Betrieb entspricht.
Wie oft sollte ich den Wareneinsatz berechnen?
Mindestens monatlich mit vollständiger Inventur, damit Anfangs- und Endbestand stimmen. Für die Steuerung empfiehlt sich zusätzlich eine wöchentliche Teilinventur der 20 bis 30 teuersten Artikel. Einzelne Gerichte kalkulieren Sie neu, sobald sich ein wichtiger Einkaufspreis um mehr als einige Prozent ändert oder Sie Rezeptur und Portionsgröße anpassen.
Gehört Personalessen zum Wareneinsatz?
Die Ware, die fürs Personalessen verbraucht wird, ist in der Inventurrechnung automatisch enthalten, denn sie fehlt am Monatsende im Lager. Für die Steuerung sollten Sie den Warenwert trotzdem getrennt erfassen und herausrechnen, sonst wirkt Ihre Küche unwirtschaftlicher, als sie ist. Wie Personalessen steuerlich zu behandeln ist, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Welcher Kalkulationsfaktor ist in der Gastronomie üblich?
Häufig wird für Speisen mit einem Faktor zwischen 3,5 und 4 auf die Materialkosten gerechnet. Auf den Nettopreis angewendet entspricht Faktor 3,5 einer Wareneinsatzquote von 28,6 % und Faktor 4 einer Quote von 25 %. Günstige Grundprodukte vertragen einen höheren Faktor, teure Hauptprodukte wie Rinderfilet einen niedrigeren. Wichtig ist, dass die Mischung über die ganze Karte Ihre Zielquote ergibt.

Rechnen Sie Ihr eigenes Gericht durch

Im Wareneinsatz-Rechner tragen Sie Zutaten, Mengen und Kartenpreis ein und sehen Quote, Rohertrag und den Preis für Ihre Zielquote. Ohne Anmeldung. Oder Sie testen das Dashboard drei Tage mit Ihren eigenen Monatszahlen.

Mehr aus dem Blog